Covid-19 FAQ

Besonders gefährdete Personen

Wer gilt als besonders gefährdet?

Als besonders gefährdet gelten zum einen schwangere Frauen. Zum anderen erwachsene Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, sofern sie nicht gegen COVID-19 geimpft sind.

Folgende Vorerkrankungen führen zu einer besonderen Gefährdung: Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Erkrankungen und Therapien die das Immunsystem schwächen, Krebs und Adipositas.

Das Bundesamt für Gesundheit präzisiert diese Erkrankungen im laufend nachgeführten Anhang 7 der COVID-Verordnung 3, wobei die Liste nicht abschliessend ist und die behandelnde Ärztin im Einzelfall anders entscheiden kann.

(Stand: 18 Januar 2021)

Ich gehöre zur Gruppe der besonders gefährdeten Personen. Darf ich während der besonderen Lage verpflichtet werden, auswärts arbeiten zu gehen?


Grundsätzlich nein. Ihre Arbeitgeberin muss es Ihnen ermöglichen, Ihre Arbeit von zuhause aus zu erledigen. Eine Ausnahme gibt es, wenn Ihre Anwesenheit vor Ort zwingend notwendig ist. In jedem Fall muss Ihre Arbeitgeberin Sie vor ihrem Entscheid anhören.

Am 13. Januar 2021 hat der Bundesrat eine allgemeine Home-Office-Pflicht beschlossen, welche vom 18. Januar 2021 bis zum 28. Februar 2021 gilt. Während dieser Zeit gelten für die besonders gefährdeten Personen zusätzliche Schutzmassnahmen.

Als besonders gefährdeter Arbeitnehmer dürfen Sie Ihre Arbeitsverpflichtungen von zu Hause aus erfüllen. Ihre Arbeitgeberin muss die dafür notwendigen organisatorischen und technischen Massnahmen treffen.

Ist Ihre Anwesenheit vor Ort jedoch aus betrieblichen Gründen zwingend, darf Ihre Arbeitgeberin Sie zur Tätigkeit am angestammten Arbeitsplatz verpflichten. Sie muss jedoch die Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz so ausgestalten, dass Sie dort keinem grösseren Risiko ausgesetzt sind als wenn Sie zuhause arbeiten würden. In erster Linie hat sie dafür zu sorgen, dass Sie nicht in einen engen Kontakt mit anderen Personen kommen, insbesondere indem sie einen Einzelraum oder einen sonst klar abgegrenzten Arbeitsbereich zur Verfügung stellt. Ist das nicht jederzeit möglich, muss die Arbeitgeberin Massnahmen nach dem STOP-Prinzip ergreifen:

  • Substitution
  • technische Massnahmen
  • organisatorische Massnahmen
  • persönliche Schutzausrüstung.

Bevor sie Massnahmen ergreift, hört Ihre Arbeitgeberin Sie an. Sie hält die Massnahmen schriftlich fest und teilt sie Ihnen «in geeigneter Weise» mit.

(Stand: 18 Januar 2021)

Ich gehöre zur Gruppe der besonders gefährdeten Personen. Darf meine Arbeitgeberin mir eine andere Arbeit zuteilen, weil ich meine angestammte Arbeit nicht von zuhause aus erledigen kann?

Ja. Ihre Arbeitgeberin muss Sie aber vor der Zuteilung einer Ersatzarbeit anhören. 

Sie weist Ihnen dann eine Ersatzarbeit zu, die Sie im HomeOffice erledigen können. Zwar darf sie dabei vom Arbeitsvertrag abweichen, die Arbeit muss aber gleichwertig sein, ebenso darf sie den Lohn nicht gegen unten anpassen. Ihre Arbeitgeberin muss die Zuteilung schriftlich festhalten und sie Ihnen in geeigneter Weise mitteilen.

(Stand: 18 Januar 2021)

Ich gehöre zur Gruppe der besonders gefährdeten Personen und muss aus betrieblichen Gründen vor Ort arbeiten. Darf ich die Arbeit verweigern?

Unter bestimmten Voraussetzungen ja. Sie dürfen die zugewiesene Arbeit ablehnen, wenn Ihre Arbeitgeberin die vorgeschriebenen Schutzmassnahmen nicht einhält. Sind Sie unsicher, ob die Schutzmassnahmen korrekt sind, können Sie sich ans kantonale Arbeitsinspektorat wenden.

Sie dürfen die zugewiesene Arbeit ebenfalls ablehnen, wenn Sie die Gefahr für sich trotz eingehaltener Schutzmassnahmen als zu hoch erachten. Dies ist etwa dann denkbar, wenn Sie engen Kontakt auf dem Arbeitsweg nicht vermeiden können.

Sind die Voraussetzungen für eine rechtmässige Ablehnung der zugewiesenen Arbeit erfüllt und legen Sie Ihrer Arbeitgeberin auf deren Verlangen ein ärztliches Attest vor, muss Ihre Arbeitgeberin Sie von der Arbeitspflicht entbinden und Ihnen weiterhin den Lohn zahlen. Allerdings sieht der Gesetzgeber für diesen Fall ebenfalls eine Erwerbsausfallentschädigung vor.

(Stand: 18 Januar 2021)

Ich bin schwanger. Darf ich während der besonderen Lage verpflichtet werden, auswärts arbeiten zu gehen?

Grundsätzlich nein.

Zwar stuft das Bundesamt für Gesundheit schwangere Frauen neu in die Gruppe der besonders gefährdeten Personen ein, wobei ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs einer COVID-19 Erkrankung insbesondere bei Übergewicht, Bluthochdruck und einem Alter > 35 Jahre angenommen wird.

Der Bundesrat stuft schwangere Frauen in die Gruppe der besonders gefährdeten Personen ein. Ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs einer COVID-19 Erkrankung wird insbesondere bei Übergewicht, Bluthochdruck und einem Alter > 35 Jahre angenommen.

Allerdings gilt während der Schwanger- und Mutterschaft ein verschärfter Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Verantwortlich dafür ist die Arbeitgeberin: Sie hat schwangere Frauen und stillende Mütter so zu beschäftigen und ihre Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass ihre Gesundheit und die Gesundheit des Kindes nicht beeinträchtigt werden. Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt entsprechend das Arbeiten im HomeOffice. Die behandelnde Ärztin beurteilt, ob die Massnahmen der Arbeitgeberin im konkreten Fall ausreichen und bescheinigt allenfalls Ihre Arbeitsunfähigkeit.

(Stand: 18 Januar 2021)

Ich bin besonders gefährdet, es ist mir aber egal: Darf ich gleich weiterarbeiten wie vorher?

Nein.

Ihre Arbeitgeberin ist verpflichtet, die Massnahmen zu Ihrem Schutz zu ergreifen. Dies gilt selbst dann, wenn Sie freiwillig darauf verzichten möchten.

(Stand: 18 Januar 2021)



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