Covid-19 FAQ

Kinderbetreuung

Schule zu! Ich betreue die Kinder zuhause – welche Rechte habe ich?

Vgl. Artikel in lexNews

Die Schule ist zu, weswegen ich meiner selbstständigen Erwerbstätigkeit nicht nachgehen kann. Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?

Ja, sofern Sie kein HomeOffice machen können, obligatorisch bei der AHV versichert und Ihre Kinder jünger als 12 Jahre alt sind. Besucht Ihr Kind eine Sonderschule, besteht der Anspruch bis zu dessen vollendetem 20. Altersjahr. Sie können bei der AHV-Ausgleichskasse eine Erwerbsersatzentschädigung beantragen.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Betreuungs-Notsituation ausschliesslich auf die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zurückzuführen ist. Ausser wenn Sie besonders gefährdete Personen wie beispielsweise die Grosseltern für die Betreuung eingeplant haben oder Sie mit einer Ferienbetreuung durch die Schule rechnen durften – dann wiederum besteht ein Entschädigungsanspruch.

Sind alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, können bei Ihrer AHV-Ausgleichskasse eine Erwerbsersatzentschädigung beantragen. Die Entschädigung umfasst 80 Prozent des durchschnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens, welches Sie vor Beginn des Anspruches erzielt haben. Dabei gilt für die Entschädigung ein Höchstbetrag von 196 Franken / Tag, dies entspricht einem durchschnittlichen Monatslohn von 7‘350 Franken. Die Kasse zahlt die Entschädigung rückwirkend aus. Für die Betreuung der Kinder hat jeweils pro Arbeitstag nur ein Elternteil Anspruch auf eine Entschädigung.

Der Anspruch beginnt am 4. Tag, nach der angeordneten Schliessung der Schule. Die Kasse zahlt die Leistungen rückwirkend aus. Sie können maximal während 30 Tagen Taggelder beziehen. Der Anspruch auf nicht bezogene Entschädigungen erlischt am 31. Dezember 2021.

(Stand: 17.09.2020)

Mein Kind ist in Quarantäne und ich kann deswegen nicht arbeiten. Wer zahlt meinen Lohn?

Sie haben grundsätzlich Anspruch auf Erwerbsersatz, sofern Ihr Kind nicht selbstständig zuhause bleiben kann.

Können Sie Ihrer Arbeit nicht nachgehen, weil Ihr Kind unter Quarantäne steht, haben Sie Anspruch auf Erwerbsersatz. Dies dann, wenn Sie entweder Arbeitnehmer oder selbstständig im Sinne des Sozialversicherungsrechts sind. Ihr Kind muss zudem unter 12 Jahre alt sein oder eine Sonderschule besuchen, wobei in letzterem Fall das Recht auf Erwerbsersatz bis zum vollendeten 20. Altersjahr besteht.

Den Anspruch können Sie als leistungsberechtigte Person bei Ihrer Ausgleichskasse anmelden. Zahlt Ihre Arbeitgeberin Ihren Lohn weiter, kann sie die Entschädigung beantragen. Stellt Ihre Ausgleichskasse kein eigenes Formular zur Verfügung, können Sie beziehungsweise Ihre Arbeitgeberin dieses verwenden.

Der Anspruch beginnt, sobald die Lohnfortzahlungspflicht der Arbeitgeberin endet, nämlich am 4. Tag der angeordneten Quarantäne. Die Kasse zahlt die Leistungen rückwirkend aus. Der Anspruch auf nicht bezogene Entschädigungen erlischt am 31. Dezember 2021.

(Stand: 17.09.2020)

Ich muss mein Kind zuhause betreuen, weil unsere Nanny in Quarantäne ist. Kriege ich Erwerbsersatz?

Ja, sofern Sie unselbstständig oder selbstständig erwerbstätig im Sinne des Sozialversicherungsrechts sind.

Können Sie Ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen, weil Ihre Nanny unter angeordneter Quarantäne steht, haben Sie Anspruch auf Erwerbsersatz.

Den Anspruch können Sie als leistungsberechtigte Person bei Ihrer Ausgleichskasse anmelden. Zahlt Ihre Arbeitgeberin Ihren Lohn weiter, kann sie die Entschädigung beantragen. Stellt Ihre Ausgleichskasse kein eigenes Formular zur Verfügung, können Sie beziehungsweise Ihre Arbeitgeberin dieses verwenden.

Der Anspruch beginnt, sobald die Lohnfortzahlungspflicht Ihrer Arbeitgeberin endet, am 4. Tag der angeordneten Quarantäne. Die Kasse zahlt die Leistungen rückwirkend aus. Der Anspruch auf nicht bezogene Entschädigungen erlischt am 31. Dezember 2021.

(Stand: 17.09.2020)

Meine Nanny ist in Quarantäne. Muss ich ihr den Lohn für diese Zeit bezahlen?

Grundsätzlich nein, ausser Sie als Arbeitgeberin haben die Nanny in eine freiwillige Quarantäne geschickt. Ist Ihre Nanny in der angeordneten Quarantäne, hat sie grundsätzlich Anspruch auf Erwerbsersatz.

Da Ihre Nanny die Arbeit nur vor Ort ausüben kann, bedeutet eine Quarantäne zwingend, dass sie ihre Arbeitsleistung nicht erbringen kann.

Haben Sie als Arbeitgeberin die Quarantäne «angeordnet», müssen Sie Ihre Nanny nach wie vor bezahlen, weil sie die Arbeitsleistung unverschuldet nicht erbringen kann.

Steht Ihre Nanny unter der behördlich angeordneten Quarantäne, hat sie grundsätzlich Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung. Dieser beginnt mit dem Start der angeordneten Quarantäne. Grundsätzlich keinen Anspruch auf Erwerbsersatz hat die Nanny, wenn sie aufgrund der COVID-19-Verordnung Massnahmen im Bereich des internationalen Personenverkehrs in Quarantäne ist, also wenn sie aus einem Land mit erhöhtem Ansteckungsrisiko zurückkehrt und deswegen nicht arbeiten kann. Hingegen hat Ihre Nanny auch bei einer Reise-Quarantäne Anspruch auf Erwerbsersatz, wenn das Reiseland bei der Abreise noch nicht auf der Liste der Länder mit erhöhtem Ansteckungsrisiko war.

Ist Ihre Nanny in Isolation, weil sie selbst erkrankt ist, besteht für Sie als Arbeitgeberin eine Lohnfortzahlungspflicht.

Werden vom Erwerbsersatz Sozialversicherungsbeiträge abgezogen?

Ja, und zwar Beiträge an die AHV/IV/EO und gegebenenfalls an die Arbeitslosenversicherung.

Sie als leistungsberechtigte Person übernehmen die eine Hälfte der Beiträge, der Bund die andere.


Finden Sie dieses Dokument hilfreich?