Mängel bei Mietwohnung

Checkliste: Mangel bei Mietwohnung

Mängel beim Bezug der Mietwohnung

Hat die Vermieterin mit dem Vormieter ein Rückgabeprotokoll erstellt, darf der Mieter dieses bei der Übergabe des Lokals einsehen. Ohne Übernahmeprotokoll muss die Vermieterin bei allfälligen Schäden nachweisen, dass sie während der Mietdauer des aktuellen Mieters entstanden sind.

Die Vermieterin muss dem Mieter die Wohnung zum vereinbarten Zeitpunkt im gebrauchstauglichen Zustand übergeben. Eine abweichende Vereinbarung zum Nachteil der Mieter ist nichtig. Ist die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung beeinträchtigt, liegt ein Mangel vor. Der Mieter hat dann folgende Möglichkeiten:

  • Er setzt der Vermieterin eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels. Behebt die Vermieterin den Mangel nicht innert dieser Frist, kann der Mieter

    • auf Erfüllung und Schadenersatz klagen oder
    • auf die Behebung des Mangels verzichten und Schadenersatz verlangen oder vom Vertrag zurücktreten und Schadenersatz wegen Dahinfallens des Mietvertrages verlangen
  • Er kann insbesondere dann ohne Fristansetzung vom Vertrag zurücktreten, wenn aus dem Verhalten der Vermieterin hervorgeht, dass eine solche nutzlos ist sowie Schadenersatz wegen Dahinfallens des Mietvertrages verlangen

Beispiel: Die Vermieterin verweigert die Beseitigung des Mangels endgültig.

  • Der Mieter übernimmt die Wohnung und beharrt auf der korrekten Erfüllung des Vertrags. Der Mieter hat so die Mängelrechte, die ihm während der Mietdauer zustünden und er kann zur Durchsetzung ein Schlichtungsverfahren einleiten.

Mängel während der Mietdauer

Mängel im Rahmen des so genannten kleinen Unterhalts muss der Mieter selbst und auf eigene Kosten beheben. Ob es sich um einen solchen Mangel handelt, bestimmt sich danach, ob zur Behebung des Mangels besondere Fachkenntnisse notwendig sind.

Andere Mängel muss der Mieter seiner Vermieterin melden, da diese für die Behebung zuständig ist. Tut der Mieter dies nicht, haftet er für den Schaden, der der Vermieterin daraus entsteht. Nachdem er den Mangel gemeldet hat, kann der Mieter von der Vermieterin verlangen dass sie

  • den Mangel beseitigt. Die Vermieterin muss dem Mieter rechtzeitig mitteilen, wann sie die Reparaturen vornehmen will. Der Mieter muss diese Reparaturen dulden. Allfällige Ansprüche des Mieters auf Herabsetzung des Mietzinses und auf Schadenersatz bleiben vorbehalten. Will der Mieter einen Schadenersatz geltend machen, muss er den Schaden beziffern können. Beseitigt die Vermieterin den Mangel nicht innert angemessener Frist, kann der Mieter

    • fristlos kündigen, wenn die Wohnung nicht oder kaum mehr gebrauchstauglich ist;
    • auf Kosten der Vermieterin den Mangel beheben lassen, wenn die Wohnung vermindert gebrauchstauglich ist;
    • den Mietzins hinterlegen, wenn er dies vorher schriftlich unter Ansetzung einer angemessenen Frist angedroht hat
  • den Mietzins verhältnismässig herabsetzt;
  • Schadenersatz leistet, sofern sie nicht beweist, dass sie kein Verschulden trifft;
  • den Rechtsstreit mit einem Dritten übernimmt.

Mängel bei der Abgabe der Wohnung

Der Mieter muss die Wohnung in dem Zustand zurückgeben, der sich aus dem vertragsgemässen Gebrauch ergibt. Bei der Rückgabe muss die Vermieterin den Zustand der Wohnung prüfen und Mängel, für die der Mieter einzustehen hat, sofort melden. Tut sie dies nicht, verliert die Vermieterin ihre Ansprüche, soweit es sich nicht um versteckte Mängel handelt. Versteckte Mängel muss die Vermieterin den Mietern sofort nach Entdeckung melden (vgl. Zustand der Wohnung).


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