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Arbeiten

Seit zehn Jahren habe ich jedes Jahr eine Weihnachtsgratifikation erhalten. Die neue Geschäftsleitung will aufgrund des schlechten Geschäftsganges nichts mehr davon wissen. Kann ich etwas dagegen tun?

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Sofern Ihre Weihnachtsgratifikation verabredet ist, muss die Geschäftsleitung davon wissen und sie grundsätzlich auch auszahlen.

Bevor Sie sich aber mit der neuen Geschäftsleitung anlegen, sollten Sie prüfen, ob die weihnachtliche Sondervergütung tatsächlich verabredet ist. Haben Sie die Weihnachtsgratifikation während mindestens drei aufeinanderfolgenden Jahren vorbehaltlos erhalten, gilt sie gemäss Rechtsprechung als verbindlich vereinbart.

Noch die besseren Karten haben Sie, wenn Ihre Weihnachtsgratifikation schriftlich im Arbeitsvertrag verankert ist. An diesen muss sich auch die neue Geschäftsführung halten. Dies gilt allerdings auch für allfällig vereinbarte Bedingungen, an welche die Auszahlung der Sondervergütung verknüpft ist. Sind diese im aktuellen Jahr nicht erfüllt, haben Sie keinen Anspruch auf eine Gratifikation. Dasselbe gilt, wenn der Arbeitsvertrag bestimmt, dass Ihre Arbeitgeberin die Gratifikation freiwillig ausrichtet. Ohne einen solchen Vorbehalt dürfte es sich bei der vermeintlichen Gratifikation um einen Lohnbestandteil handeln, den Ihre Arbeitgeberin auszahlen muss.

Will sie das künftig nicht mehr tun, muss sie Ihnen einen neuen Arbeitsvertrag vorlegen. Sind Sie mit diesem nicht einverstanden, liegt eine Änderungskündigung vor. Sie haben also dieses Jahr noch Anspruch auf Ihre Weihnachtsgratifikation. Wenn Sie aber dann den neuen Vertrag nicht unterzeichnen, werden Sie nach Ablauf der Kündigungsfrist auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sein.