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COVID-19: Schule zu! Ich betreue die Kinder zuhause – welche Rechte habe ich?

Sie haben Anspruch auf Entschädigung, sofern Sie kein HomeOffice machen können, obligatorisch bei der AHV versichert und Ihre Kinder jünger als 12 Jahre alt sind. Besucht Ihr Kind eine Sonderschule, besteht der Anspruch bis zu dessen vollendetem 20. Altersjahr.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Betreuungs-Notsituation ausschliesslich auf die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zurückzuführen ist. Während der Schulferien haben Sie keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Ausser wenn Sie besonders gefährdete Personen wie beispielsweise die Grosseltern für die Betreuung eingeplant haben oder Sie mit einer Ferienbetreuung durch die Schule rechnen durften – dann wiederum besteht ein Entschädigungsanspruch.

Sind alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, können grundsätzlich Sie – und nicht Ihre Arbeitgeberin - bei Ihrer AHV-Ausgleichskasse über das hier abrufbare Formular eine Erwerbsersatzentschädigung beantragen. Zahlt Ihnen Ihre Arbeitgeberin den Lohn während dieser Zeit aus, kann sie sich selbst an die AHV-Ausgleichskasse wenden und die Entschädigung beantragen. Die Entschädigung umfasst 80 Prozent des durchschnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens, welches Sie vor Beginn des Anspruches erzielt haben. Dabei gilt für die Entschädigung ein Höchstbetrag von 196 Franken / Tag, dies entspricht einem durchschnittlichen Monatslohn von 7‘350 Franken. Die Kasse zahlt die Entschädigung rückwirkend aus. Für die Betreuung der Kinder hat jeweils pro Arbeitstag nur ein Elternteil Anspruch auf eine Entschädigung.

Der Anspruch beginnt am 4. Tag, nachdem alle Voraussetzungen erfüllt sind. Der Anspruch endet, sobald Sie eine Betreuungslösung gefunden haben oder die Schule wieder geöffnet hat. Die Kasse zahlt die Leistungen rückwirkend aus. Überweist Ihnen Ihre Arbeitgeberin weiterhin den Lohn, zahlt die AHV-Ausgleichskasse die Entschädigung direkt an die Arbeitgeberin. Der Anspruch auf nicht bezogene Entschädigungen verjährt 5 Jahre nach Aufhebung der Massnahmen.

Achtung: Wenn Sie eine Kurzarbeitsentschädigung erhalten, haben Sie keinen zusätzlichen Anspruch auf eine Erwerbsersatzentschädigung. Dasselbe gilt, wenn Sie aus einer anderen Sozialversicherung entschädigt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter "Covid-19 FAQ"

(Stand: 27.04.2020)