Familie

Darf ich meiner Ex-Frau den Menuplan meines Sohnes vorschreiben?

Grundsätzlich nein. Ist Ihr Sohn bei seiner Mutter, darf diese entscheiden was sie ihm zu essen gibt. Dies unabhängig davon, wer das Sorgerecht und wer die Obhut hat.

Auch die Ernährung hat jedoch dem Kindeswohl zu dienen. So können Sie auf einem bestimmten Menuplan beharren, wenn es medizinische Gründe dafür gibt.

Alltagsentscheidung

Ist Ihr Sohn bei Ihrer Ex-Frau, darf diese Alltagsentscheidungen treffen, ohne sich mit Ihnen abzusprechen. Zu einer solchen Alltagsentscheidung gehört auch die Ernährung. Haben Sie allerdings in der Scheidungskonvention eine Abmachung betreffend die Ernährung getroffen, müssen sowohl Sie wie auch Ihre Ex-Frau sich an diese Abmachung halten. Dies immer unter dem Vorbehalt, dass die gewählte Ernährung dem Kindeswohl dient. So müssen Eltern beispielsweise auch bei einer veganen Ernährung die ausreichende Versorgung mit lebenswichtigen Vitaminen sicher stellen.

Mitspracherecht des Kindes

Ab einem bestimmten Alter kann sich Ihr Sohn zumindest teilweise ein eigenes Urteil darüber bilden, wie er sich ernähren möchte. Ist er in Bezug auf die Ernährung bereits urteilsfähig, müssen Sie ihn in die entsprechenden Entscheide mit einbeziehen. Eine fixe Altersgrenze gibt es hier nicht, als Faustregel gilt aber, dass ein Kind ab etwa 12 Jahren eigene Entscheidungen treffen kann.

Bei Mangelernährung greift Kesb ein

Wenn Sie sich mit Ihrer Ex-Frau nicht einigen können und Sie befürchten, dass Ihr Sohn mangelernährt oder auf eine andere Weise in seiner Gesundheit gefährdet ist, können Sie sich an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) wenden. Diese prüft die Situation und trifft allenfalls die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Die KESB kann Sie und Ihre Ex-Frau als Eltern ermahnen, Ihnen bestimmte Weisungen erteilen oder eine geeignete Stelle bestimmen, der Sie Einblick und Auskunft geben müssen.