Unterwegs

Zu spät im Büro wegen Zugsausfall! Entschädigt mich die SBB?

Aktuell berechtigt ein Zugsausfall im nationalen Bahnverkehr grundsätzlich nicht zu einer Entschädigung. Auch die Arbeitgeberin ist nicht verpflichtet, hier einzuspringen.

Künftig wird dies jedoch, was die Entschädigungspflicht des Transportunternehmens angeht, anders sein: Sobald die entsprechenden Gesetzesbestimmungen in Kraft sind, werden Verspätungen und Kursausfälle zu einem Entschädigungsanspruch führen.

SBB haftet heute nur bei verpasstem Anschluss…

Aktuell basieren Angebote wie die «Sorry-Gutscheine» der SBB auf Freiwilligkeit. Anders als im Flugbetrieb (vgl. Fluggastrechte CH / EU) sind Bahnunternehmen grundsätzlich nicht verpflichtet, ihre Gäste bei Verspätungen und Kursausfällen zu entschädigen. Dies mit einer Ausnahme: Ein Transportunternehmen «haftet für den Schaden, wenn es den Fahrplan nicht einhält und die reisende Person deshalb den letzten im Fahrplan vorgesehenen Anschluss verpasst.» In dem Fall können Sie Fahrgastrechte geltend machen, so etwa der Verzicht auf die Weiterreise unter Rückerstattung des Ticketpreises oder der Übernahme der Kosten für die Weiterreise mit einem anderen Verkehrsträger. Bei den üblichen Arbeitszeiten tagsüber nützt Ihnen diese Vorschrift jedoch in der Regel nichts.

… muss aber künftig für Verspätungen und Kursausfälle gerade stehen

Das am 28. September 2018 verabschiedete, aber noch nicht in Kraft getretene Bundesgesetz über die Organisation der Bahninfrastruktur passt das Personenbeförderungsgesetz an und verankert so Entschädigungsansprüche im Falle von Zugsverspätungen und Kursausfällen. Bahngäste werden so etwa Anspruch auf die Rückerstattung des Fahrpreises, Unterstützungsleistungen oder Erstattung von Unterkunfts- oder Verpflegungskosten geltend machen können.

Arbeitnehmer für Verspätung verantwortlich

Bloss auf Verständnis hoffen dürfen Sie, sowohl nach der aktuellen wie auch nach der künftigen Rechtslage, bei Ihrer Arbeitgeberin: Kommen Sie wegen eines Zugsausfalles zu spät, handelt es sich um höhere Gewalt. Für diese muss Ihre Arbeitgeberin keine Verantwortung übernehmen. Dies muss die Arbeitgeberin bei einem Arbeitsausfall nur dann, wenn die Ausfallgründe in Ihrer Person liegen, klassischerweise dann, wenn Sie krank sind.