Behörden

Übernimmt die Sozialhilfe die Kosten für den Sport?

Nein. Die Kosten für eine Sportausrüstung oder die Vereinsmitgliedschaft zählen nicht zu dem Grundbedarf. Allenfalls bleibt die Ausübung eines Sports möglich durch ein Erwerbseinkommen, für welches in der Regel ein Freibetrag gilt.

Die konkrete Berechnung des Grundbedarfes erfolgt individuell und vor allem in jedem Kanton unterschiedlich, da das Sozialhilferecht in der Kompetenz der Kantone liegt. Auf Bundesebene ist in der Bundesverfassung lediglich verankert, dass es ein Recht auf Hilfe in Notlagen gibt. Diese Hilfe umfasst ausschliesslich die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Das Bundesgericht hält hier fest, dass es dabei um eine Überbrückungshilfe geht und damit um die unerlässlichen Mittel «in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer Grundversorgung». Inwieweit die Kantone für die längerfristig angelegte Sozialhilfe über diese Nothilfe hinausgehen, bleibt ihnen überlassen. Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe haben lediglich den Charakter von Empfehlungen.

Lehrlingslohn wird angerechnet

Zur Berechnung der Sozialhilfe müssen Sie neben allfälligen Vermögenswerten sämtliches Erwerbseinkommen angeben. Dabei wird Ihnen ein – je nach Kanton unterschiedlicher – Freibetrag angerechnet, den Sie allenfalls für sportliche Aktivitäten nutzen können.

Auch das Einkommen Ihrer Kinder müssen Sie deklarieren, sofern diese im gleichen Haushalt leben wie Sie. Zwar gehört dieses Einkommen, beispielsweise der in der Berufslehre erzielte Lohn, Ihrem Kind. Sie können – bzw. müssen, wenn Sie Sozialhilfe beziehen – jedoch verlangen, dass sich Ihr Kind mit einem angemessenen Beitrag an dem Unterhalt beteiligt, da das Sozialamt dieses Einkommen zum Haushaltseinkommen hinzurechnet. Auch für diesen Lohn gelten jedoch Einkommensfreibeträge beziehungsweise Integrationszulagen, über die Ihr Kind weitgehend frei verfügen kann.