Gesundheit

Darf die Ärztin meine Krankengeschichte in den Social Media posten?

Grundsätzlich nein, sofern Sie nicht eingewilligt haben.

Bei einer Krankengeschichte handelt es sich um besonders schützenswerte Personendaten. Lässt die Krankengeschichte Rückschlüsse auf Ihre Identität zu, ist für die Veröffentlichung auf einer Social Media Plattform Ihre ausdrückliche Einwilligung erforderlich.

Fallbeispiele auf Social Media

Sind Sie durch die Beschreibung oder gar durch Bilder erkennbar, darf Ihre Ärztin ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung Ihre Krankheitsgeschichte aus persönlichkeits- und datenschutzrechtlichen Gründen nicht via Social Media öffentlich zugänglich machen. So darf Ihre Ärztin beispielsweise Ihren Namen nicht erwähnen, bereits die Verwendung der korrekten Initialen kann heikel sein. In keinem Fall darf Ihre Ärztin ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung Röntgenbilder von Ihnen veröffentlichen: Anders als die Krankenakte gehören die Röntgenbilder Ihnen als Patient.

Berufsgeheimnis

Mit der Verbreitung einer identifizierenden Krankengeschichte in den Social Media ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung macht sich Ihre Ärztin zudem strafbar, da sie so das Berufsgeheimnis verletzt. Ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung in die Veröffentlichung drohen Ihrer Ärztin auf Antrag eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Austausch unter Fachleuten

Ihre Ärztin kann Ihre Krankheitsgeschichte mit Fachkolleginnen besprechen und darf dabei grundsätzlich auch die Social Media nutzen. Sie bleibt allerdings dafür verantwortlich, dass dieser Austausch privat bleibt und nur berechtigte Personen Zugriff auf Ihre Daten haben.

Wann eine Diskussion in den Social Media den privaten Rahmen verlässt, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. In der Regel gilt beim fachlichen Austausch unter Ärztinnen nur das unmittelbare Behandlungsteam als privat. Öffentlich sind auf jeden Fall Beiträge in allgemein zugänglichen Gruppen. Als «öffentlich» sind auch Beiträge in Gruppen zu betrachten, die zwar geschlossen sind, aber eine Vielzahl von Mitgliedern haben (vgl. lexNews).

Auch wenn die Gruppe der Zugangsberechtigten klein ist, muss Ihre Ärztin dennoch vorsichtig sein. Sie muss insbesondere für die Datensicherheit sorgen und gewährleisten, dass sich nicht Unbefugte Zugriff auf die Krankengeschichte verschaffen können.