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Arbeiten

Darf ich meinen Hund mit ins Büro nehmen?

Im Rahmen ihres Weisungsrechts kann Ihre Arbeitgeberin Ihnen verbieten oder erlauben, den Hund ins Büro zu nehmen. Dabei muss sie ihre Fürsorgepflicht beachten. Hat also beispielsweise Ihre Büro-Kollegin panische Angst vor Hunden oder leidet an einer Tierhaarallergie, darf Ihre Arbeitgeberin Bürohunde grundsätzlich nicht erlauben.

Verbietet Ihre Arbeitgeberin es generell, Tiere mit an den Arbeitsplatz zu nehmen, muss sie dies nicht weiter begründen. In einigen Fällen kann sie Bürohunde gar nicht erlauben. Haben Sie beispielsweise in Ihrem Arbeitsraum mit Lebensmitteln zu tun, dürfen Sie in der Regel keine Tiere mit an den Arbeitsplatz nehmen.

Unterschiedliche Behandlung der Mitarbeiter

Grundsätzlich darf Ihre Arbeitgeberin es Ihnen aufgrund der Vertragsfreiheit auch dann verbieten, Ihren Hund mit ins Büro zu nehmen, wenn sie dies einem anderen Mitarbeiter erlaubt. Zwar sind Sie am Arbeitsplatz in Ihrer Persönlichkeit geschützt und Ihre Arbeitgeberin ist an den Gleichbehandlungsgrundsatz gebunden. Gemäss dem Bundesgericht schliesst dieser Grundsatz jedoch nicht aus, dass eine Arbeitgeberin auch unsachliche und willkürliche Entscheide treffen darf. Verbietet die Arbeitgeberin Ihnen den Bürohund und erlaubt ihn anderen, ist das nur gesetzeswidrig, wenn damit eine verletzende Geringschätzung Ihrer Persönlichkeit zum Ausdruck kommt. Das ist möglich, dürfte aber schwer nachzuweisen sein.

Widerruf der Erlaubnis

Etwas bessere Chancen haben Sie, wenn Ihre Arbeitgeberin Ihnen Ihren Bürohund bis anhin erlaubt hat, aber ihm nun ohne weitere Begründung plötzlich Hausverbot erteilt. Mit diesem widersprüchlichen Verhalten missbraucht sie möglicherweise ihr Recht und verstösst gegen den Grundsatz von Treu und Glauben. Anders sieht es aus, wenn Ihre Arbeitgeberin Ihren Hund nicht mehr im Haus haben will, weil sich die Umstände geändert haben, so etwa weil Ihr Hund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Menschen ist oder weil eine neue Mitarbeiterin eine Hundeallergie hat.

Spezialfall Assistenz- oder Blindenführerhund

Was nun aber, wenn es sich bei dem Hund um einen Assistenz- oder Blindenführerhund handelt? Hier sind insbesondere Angestellte in Arbeitsverhältnissen nach dem Bundespersonalgesetz geschützt, da für sie das Behindertengleichstellungsgesetz anwendbar ist. Aber auch für die übrigen Arbeitsverhältnisse gilt hier, dass das Weisungsrecht der Arbeitgeberin eingeschränkt ist. Dies, da sie Ihnen gegenüber eine Fürsorgepflicht hat. Verbietet sie Ihnen, Ihren Assistenz- oder Blindenführerhund ins Büro zu nehmen, verletzt sie in aller Regel diese Fürsorgepflicht. Dies gilt auch, wenn Sie beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben. Die entsprechende Hygieneverordnung hält fest, dass eine behinderte Person einen Hund in einen Raum, in denen mit Lebensmitteln umgegangen wird, mitnehmen darf, sofern dieser sie führt oder begleitet.