Arbeiten

Darf mir das Nachbarskind gegen ein Sackgeld bei der Ernte helfen?

Das kommt auf das Alter des Kindes und die Art des Erntejobs an. Bereits mit 13 Jahren dürfen Jugendliche «leichte Arbeiten» gegen Entgelt verrichten. Für schwerere Erntejobs können Sie einen Jugendlichen ab dessen 15. Geburtstag beiziehen, gefährliche Arbeiten hingegen sind erst Personen ab 18 erlaubt.

Für leichte Erntearbeiten wie etwa das Traubenlesen im Privatgarten dürfen Sie Jugendliche ab 13 Jahren bezahlen, solange die Tätigkeit deren Gesundheit und Sicherheit nicht negativ beeinflusst. Eine abschliessende Liste von erlaubten Tätigkeiten gibt es nicht.

Die stundenlange Beschäftigung in einem steilen Rebberg dürfte jedoch kaum als «leichte Arbeit» durchgehen. Während der Schulzeit ist die Beschäftigung ohnehin nur für drei Stunden pro Tag und neun Stunden pro Woche erlaubt, in den Schulferien liegt das Maximum bei acht Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche.

Gefährliche Arbeiten für Jugendliche nicht erlaubt

Diese Höchstarbeitszeiten gelten auch für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, wobei diese jedoch auch andere als «leichte Arbeiten» verrichten dürfen – solange sie nicht gefährlich sind. «Gefährlich» sind beispielsweise Tätigkeiten, welche «die physische und psychische Leistungsfähigkeit von Jugendlichen objektiv übersteigen». Ebenso nicht erlaubt sind unfallträchtige Erntejobs, so etwa das Kirschenpflücken in luftiger Höhe.

Erlaubnis der Eltern notwendig

Scheitern kann ein grundsätzlich erlaubter Nebenjob noch an einer letzten Hürde: Bis zu dessen 18. Geburtstag dürfen Sie das Nachbarskind nur dann gegen Entgelt beschäftigen, wenn die Eltern oder eine allfällige andere gesetzliche Vertretung damit einverstanden sind. Und wenn das Nachbarskind wie ein Grosser auf dem elterlichen Bauernhof mithilft? Das ist in aller Regel erlaubt, denn auf Landwirtschaftsbetriebe sind die meisten arbeitsrechtlichen Bestimmungen nicht anwendbar.