Arbeiten

Ich habe ein Buch illustriert. Wem gehört das Urheberrecht?

Zunächst Ihnen. Urheberin eines Werkes ist immer die natürliche Person, die das Werk geschaffen hat. Das Urheberrecht ist jedoch übertragbar, beispielsweise an die Arbeitgeberin.

Ungeachtet dessen, ob und was Sie vertraglich geregelt haben, verbleiben die Urheberpersönlichkeitsrechte bei Ihnen: Übertragbar sind ausschliesslich die Nutzungsrechte.

Angestellte Illustratorin

Sind Sie als Illustratorin angestellt, wird Ihr Arbeitsvertrag regelmässig die Übertragung der Urheberrechte an die Arbeitgeberin – und dies ohne zusätzliche Entschädigung – vorsehen. Auch wenn Sie mit Ihrer Arbeitgeberin nichts ausdrücklich geregelt haben, erwirbt diese gleichwohl gestützt auf die arbeitsvertragliche Herausgabepflicht das Urheberrecht. Ihre Arbeitgeberin hat damit das Nutzungsrecht an Ihrer Illustration und kann so bestimmen, ob, wann und wie sie die Illustration verwenden will: Die Arbeitgeberin kann die Illustration namentlich vervielfältigen und veräussern.

Das Urheberpersönlichkeitsrecht verbleibt allerdings bei Ihnen. Ihre Arbeitgeberin kann Ihnen so beispielsweise nicht vorschreiben, dass und wie Sie Ihre Illustrationen abändern. Dies, solange Sie sich an das Gesetz halten und nicht beispielsweise die Rassismusstrafnorm verletzen. Kleinere Anpassungen hingegen kann die Arbeitgeberin in Ausübung ihres Weisungsrechts von Ihnen verlangen. Auch im Angestelltenverhältnis haben Sie wiederum das ausschliessliche Recht auf Anerkennung der Urheberschaft. Ob Sie auf dieses Recht gültig verzichten können, ist umstritten.

Freiberufliche Illustratorin

Arbeiten Sie selbstständig, liegen nicht nur die Urheberpersönlichkeits- sondern auch die Nutzungsrechte ausschliesslich bei Ihnen: Sie können bestimmen, ob, wann und wie die Illustration verwendet wird. Wollen Sie Ihre Illustration kommerziell verwerten, sollten Sie vertraglich festhalten, wer Ihre Illustration auf welche Weise, zu welchem Preis, wo und für wie lange nutzen kann.