Sextortion

Rechtsweg

Ben wurde Opfer von Sextortion und will sich auf dem Rechtsweg wehren. Wie muss er dabei vorgehen?

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Strafverfahren

Straftatbestände

Fake Sextortion

Hat Ben ein Lösegeld bezahlt, kann er Anzeige bei der Polizei wegen Erpressung erstatten.

Sextortion via Live-Chat

Hat Ben ein Lösegeld bezahlt, kann er Anzeige bei der Polizei wegen Erpressung erstatten; hat er kein Lösegeld bezahlt, kann er Anzeige wegen versuchter Erpressung erstatten. Insbesondere wenn Ben minderjährig ist, werden Polizei und Staatsanwaltschaft auch prüfen, ob strafbare Pornografie vorliegt.

Sextortion via Malware

Hat Ben ein Lösegeld bezahlt, kann er Anzeige bei der Polizei wegen Erpressung erstatten; hat er kein Lösegeld bezahlt, kann er Anzeige wegen versuchter Erpressung erstatten. Insbesondere wenn Ben minderjährig ist, werden Polizei und Staatsanwaltschaft auch prüfen, ob strafbare Pornografie vorliegt. Des Weiteren ist eine strafbare Verletzung des Geheimbereiches durch Aufnahmegeräte denkbar. Weitere mögliche Straftatbestände sind die unbefugte Datenbeschaffung oder das unbefugte Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem.

Sextortion im persönlichen Umfeld

Droht eine Person aus dem persönlichen Umfeld mit der Veröffentlichung von Aufnahmen aus Bens Geheimsphäre, kann er Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft wegen Erpressung oder versuchter Erpressung erstatten, sofern die Person Geldforderungen stellt.

Verlangt die Person, dass Ben etwas tut, unterlässt oder duldet – so etwa dass Ben eine Beziehung mit ihr eingeht – kann Ben sie wegen Nötigung oder versuchter Nötigung anzeigen.

Verfahren

Die Strafprozessordnung regelt den Ablauf des Strafverfahrens. Es umfasst das von der Staatsanwaltschaft geleitete Vorverfahren sowie die Hauptverhandlung vor Gericht.

Hat Ben Anzeige erstattet, teilt die zuständige Strafverfolgungsbehörde ihm auf Anfrage mit, ob sie ein Strafverfahren einleitet und wie sie es erledigt. Als geschädigte Person kann Ben erklären, dass er sich als Straf- oder Zivilkläger am Verfahren beteiligen will. Als Privatkläger ist er Partei im Strafverfahren.

Ist Ben Partei und hat er ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides, kann er gegen den erstinstanzlichen Entscheid ein Rechtsmittel ergreifen. Gegen den letztinstanzlichen kantonalen Entscheid steht die Beschwerde ans Bundesgericht zur Verfügung.

Kosten

Im Strafverfahren tragen grundsätzlich Bund und Kantone die Verfahrenskosten, die Strafbehörde kann aber unter Umständen Rückgriff nehmen. Die Verfahrensleitung der Rechtsmittelinstanz kann Ben als Privatkläger zudem grundsätzlich verpflichten, innert Frist für allfällige Kosten und Entschädigungen eine Sicherheit zu leisten.


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