Wohnen

Der Essensgeruch vom Restaurant steigt in meine Wohnung – was tun?

Wenn die Gerüche Sie in Ihrem Wohlbefinden stören, sollten Sie das Ihrer Vermieterin melden. Sind Sie selber Wohneigentümerin, haben Sie unter Umständen Anspruch auf Schadenersatz.

Fonduegeruch mag für die einen lecker sein, für andere jedoch ein Angriff auf das eigene Wohlbefinden: Aufsteigender Käse- oder andere intensive Essensgerüche können die Gebrauchstauglichkeit Ihrer Wohnung beeinträchtigen. Ein einmaliger Fondue-Event genügt dafür nicht, sondern die Gerüche des Restaurants müssen Ihnen über eine längere Zeit das Leben in Ihrer Wohnung schwer machen. Sie haben in diesem Fall Ihrer Vermieterin gegenüber grundsätzlich Anspruch auf die Beseitigung des Mangels. Ihre Chance auf Erfolg vergrössert sich zudem, wenn Sie die Wohnung gemietet haben, ohne dass die Vermieterin Sie vorgängig auf mögliche Beeinträchtigungen durch aufsteigende Gerüche informiert hat.

Als Wohneigentümerin werden Sie durch üble Gerüche in Ihrem Eigentum gestört und können daraus möglicherweise einen Anspruch gegen die Restaurantseigentümerin ableiten.

Mangel der Vermieterin melden

Als Mieter müssen Sie den Mangel Ihrer Vermieterin melden und verlangen, dass sie den Mangel beseitigt. Dies gilt unabhängig vom Verschulden. So nützt Ihrer Vermieterin das Argument, sie sei ja nicht Eigentümerin des Restaurants und könne für den Geruch nichts, wenig: Sie muss für eine mängelfreie Wohnung sorgen. Ob sie dies tut, indem sie die Eigentümerin des Restaurants zu einer besseren Ventilation überreden kann oder indem sie in Ihrer Wohnung bauliche Veränderungen vornimmt, bleibt ihr überlassen. Sind für die Behebung des Mangels Bauarbeiten notwendig, haben Sie diese zu dulden.

Tut Ihre Vermieterin innert angemessener Frist nichts gegen die Geruchsbelästigung, bleibt Ihnen als Möglichkeit insbesondere, Ihrer Vermieterin schriftlich unter angemessener Frist anzudrohen, den Mietzins zu hinterlegen. Nützt dies nichts, können Sie den Mietzins bei der vom Kanton bezeichneten Stelle hinterlegen. Im Anschluss müssen Sie innert 30 Tagen ein Schlichtungsverfahren einleiten lassen, da die Vermieterin sonst den hinterlegten Mietzins wieder erhält.

Den Mietzins einfach nicht zu bezahlen ist eine schlechte Idee, denn in diesem Fall darf die Vermieterin den Mietvertrag nach der schriftlichen Festlegung einer Zahlungsfrist und der Androhung der Kündigung mit einer Frist von mindestens 30 Tagen auf Ende des Monats kündigen.

Minderung Mietzins

Neben dem Anspruch auf Beseitigung des Mangels können Sie eine Herabsetzung des Mietzinses und allenfalls auch Schadenersatz fordern. Notwendig dafür ist als erstes, dass Sie wie oben beschrieben den Mangel Ihrer Vermieterin gemeldet und dessen Beseitigung gefordert haben. Dann sollten Sie von Ihrer Vermieterin am besten schriftlich die Minderung des Mietzinses verlangen. Ist der Anspruch gerechtfertigt, können Sie die Minderung auch rückwirkend einfordern. Der Anspruch verjährt nach fünf Jahren.

Schadenersatz wegen Störung des Eigentums

Was nun aber, wenn Sie Wohneigentümerin sind und nicht auf Ihre Vermieterin zurückgreifen können? Die Eigentümerin des Restaurants darf nicht übermässig auf Ihr Eigentum einwirken. Namentlich darf sie Ihr Eigentum nicht durch ungerechtfertigten, üblen Geruch stören. Die Gerichte gehen für die Beurteilung, ob der Geruch übermässig und übel ist, von einem durchschnittlich empfindlichen Menschen aus. Ist nun der Essensgeruch für die durchschnittliche Nase übermässig und übel, haben Sie als geschädigte Eigentümerin Anspruch auf Schadenersatz. Wurden beim Bau des Restaurants die geltenden Vorschriften nicht eingehalten, haben Sie zudem einen Anspruch auf die Beseitigung der Schädigung.