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Hohe Pendlerkosten – habe ich Anspruch auf Auslagenersatz?

Möglicherweise ja, wenn Sie in Ihrer Wohnortsregion keine zumutbare Arbeit finden können.

Das Arbeitslosenversicherungsgesetz sieht Beiträge an Pendlerkosten unter bestimmten Voraussetzungen als spezielle Massnahme vor, sofern die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat.

Keine zumutbare Arbeit in der Wohnortsregion

Die versicherte Person hat nur Anspruch auf einen Pendlerkostenbeitrag, wenn der Arbeitsort nicht in der Wohnortsregion liegt. Das ist dann der Fall, wenn die öffentliche Verkehrsverbindung zwischen Wohn- und Arbeitsort 50 Kilometer übersteigt oder der einfache Arbeitsweg mit dem Privatfahrzeug eine Stunde Fahrzeit bedeutet.

Höhe des Pendlerkostenbeitrags

Die versicherte Person erhält die Pendlerkostenbeiträge innerhalb der Rahmenfrist während längstens sechs Monaten. Der Pendlerkostenbeitrag deckt «die nachgewiesenen notwendigen Fahrkosten von Versicherten, die täglich vom neuen Arbeitsort an ihren Wohnort zurückkehren.» Als Reisekosten gelten dabei die Auslagen für Tickets der zweiten Klasse.

Die kantonale Amtsstelle vergütet ausnahmsweise auch die Auslagen für die Benützung eines Privatfahrzeuges, dann nämlich, wenn die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels unzumutbar ist. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gelten «dabei namentlich die Fahrzeit, die Anzahl Umsteigevorgänge und die damit verbundene Wartezeit, längere Wegstrecken, die zu Fuss zurückzulegen sind, sowie die Zeitersparnis bei Benützung eines privaten Fahrzeuges» als Kriterien. So hat das Bundesgericht beispielsweise eine tägliche Zeitersparnis von 1 Stunde 40 Minuten bei der Fahrt mit dem Privatauto als genügend gross erachtet, um den Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als unzumutbar zu betrachten.