Arbeiten

Sind Taschenkontrollen der Mitarbeiter nach Zufallsprinzip erlaubt?

Grundsätzlich ja.

Die Arbeitgeberin darf Massnahmen ergreifen, um sicher zu stellen, dass die Mitarbeiter keine Diebstähle begehen. So hatte das Bundesgericht beispielsweise die fristlose Entlassung einer Mitarbeiterin gestützt, bei deren Taschenkontrolle die Arbeitgeberin unbezahlte Waren entdeckt hatte. Taschenkontrollen greifen jedoch in die Privatsphäre ein und müssen wie jede andere Kontrollmassnahme verhältnismässig sein. Sie dürfen zudem keine Mitarbeiter diskriminieren. Eine Taschenkontrolle nach Zufallsprinzip kann diesen Grundsätzen genügen.

Unterschiedliche Regelung der Kontrollen

Sind die Kontrollen vertraglich oder reglementarisch festgelegt und hat der Mitarbeiter den Regelungen zugestimmt, darf die Arbeitgeberin gemäss diesen Vorgaben Taschenkontrollen durchführen. Ohne vertragliche oder reglementarische Regelung darf die Arbeitgeberin nur Taschenkontrollen durchführen, wenn sie einen konkreten Verdacht hat.

In beiden Fällen ist eine Taschenkontrolle nach Zufallsprinzip grundsätzlich erlaubt: Mit diesem Prinzip gewährleistet die Arbeitgeberin, dass sie keine Mitarbeiter diskriminiert. Sie muss aber immer die Persönlichkeit der Arbeitnehmer respektieren. Eine Taschenkontrolle, welche die Arbeitgeberin bewusst vor den Augen aller Arbeitskollegen durchführt, wäre beispielsweise problematisch.

Zwang ist nicht erlaubt

Selbst wenn aber die Arbeitgeberin die arbeitsrechtlichen Vorgaben einhält und damit die Taschenkontrolle nach Zufallsprinzip zulässig ist: In keinem Fall darf die Arbeitgeberin den Mitarbeiter zwingen, den Inhalt seiner Tasche offen zu legen. Ebenso ist es der Arbeitgeberin nicht erlaubt, die Taschen heimlich zu kontrollieren.