Unterwegs

Darf ich während des Autofahrens Hörbücher hören?

Grundsätzlich ja, sofern Sie dies nicht ablenkt. Sie müssen Ihr Fahrzeug ständig so beherrschen, dass Sie Ihren Vorsichtspflichten nachkommen können.

Beim Autofahren müssen Sie Ihre Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden. Dabei richtet sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung das «Mass der Aufmerksamkeit (…) nach den gesamten konkreten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen

Erlaubte Unterhaltung beim Autofahren

Sie müssen dafür sorgen, dass Ihre «Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird». So dürfen Sie einem Hörbuch lauschen, sofern es nicht so dermassen spannend ist, dass Sie abgelenkt sind und das Fahrzeug nicht mehr beherrschen. Bei einem langweiligen Hörbuch sind Sie hier auf der sichereren Seite, solange jedenfalls Sie nicht so gelangweilt sind, dass Sie während voller Fahrt ein anderes Hörbuch suchen oder einnicken.

Unerlaubte Unterhaltung beim Autofahren

Das Hörbuch auswählen sollten Sie vor Fahrtantritt. Das Bundesgericht hat das Schreiben einer SMS als grobe Verkehrsregelverletzung qualifiziert. Sie dürften dasselbe riskieren, wenn Sie während der Fahrt ein Hörbuch suchen, auswählen und allenfalls herunterladen.

Auch eine schlechte Idee ist es, ein analoges Buch während der Fahrt zu lesen: Sie dürfen die Lenkvorrichtung nicht loslassen und beim Fahren nichts machen, was die Bedienung des Fahrzeuges erschwert. Unzulässig ist gemäss Bundesgericht insbesondere eine Tätigkeit, bei der der Lenker den Blick vom Verkehr abwendet. Dies ist beim Lesen eines Buches immer der Fall. Das Bundesgericht hat in diesem Sinne bereits das mehrsekündige Lesen eines A4-Blattes als Verletzung der Verkehrsregeln qualifiziert.

Stehen Sie jedoch mit dem Auto im zähen Stau, können Sie sich unter Umständen zumindest der Zeitungslektüre widmen, wie das Bundesgericht entschieden hat: «Die Aufmerksamkeit, die unter den gegebenen Umständen in den Phasen des Stillstands im Stau der Strasse und dem Verkehr zugewandt werden musste, konnte trotz des Lesens der teils auf dem Lenkrad, teils auf den Oberschenkeln liegenden Zeitung aufgebracht werden». Eine Verkehrsregelverletzung hat das Bundesgericht in diesem Fall nicht erkannt.